Cyber Resilience Act · Produkthersteller

Ihr Produkt beinhaltet Software? Dann geht Sie der CRA etwas an.

Der Cyber Resilience Act macht Cybersicherheit zur Produkteigenschaft: Wer Hardware oder Software mit digitalen Elementen in der EU vertreibt, muss Sicherheit über den gesamten Lebenszyklus nachweisen. Die Hauptpflichten greifen Ende 2027, Meldepflichten für ausgenutzte Schwachstellen schon ab September 2026. Klingt weit weg? Produktentwicklungszyklen sind länger.

Security by Design
Schwachstellenmanagement über den Lebenszyklus
Meldepflichten ab September 2026
CE-Kennzeichnung mit Cybersicherheit

Sicherheit wird zur Marktzugangsvoraussetzung, wie einst die Maschinenrichtlinie.

Was jetzt sinnvoll ist

Drei Baustellen, die Sie heute schon angehen können

Prozesse

Schwachstellen­management aufbauen

Der CRA verlangt einen geregelten Umgang mit Schwachstellen im Produkt, inklusive koordinierter Offenlegung und Sicherheitsupdates. Wer das erst 2027 aufsetzt, tut es unter Zeitdruck.

Transparenz

Wissen, was im Produkt steckt

Ohne Übersicht über verwendete Komponenten und Bibliotheken lässt sich keine Schwachstelle bewerten. Eine Software-Stückliste ist die Grundlage, auf der alles andere aufsetzt.

Organisation

Produktsicherheit im ISMS verankern

Entwicklungsprozesse, Risiken und Vorfälle rund ums Produkt gehören in dasselbe Managementsystem wie der Rest Ihrer Sicherheit. In VANTARIS ist der CRA dann eine weitere Sicht statt ein Parallelprojekt.

Die Herstellerpflichten

Was der CRA im Detail verlangt

1

Risikobewertung pro Produkt

Jedes Produkt braucht eine dokumentierte Cybersicherheits-Risikobewertung, die Entwicklung, Produktion und den vorgesehenen Einsatz abdeckt.

2

Grundlegende Sicherheitsanforderungen

Sichere Standardkonfiguration, Schutz vor unbefugtem Zugriff, Datenminimierung und Update-Fähigkeit. Sicherheit ab Werk statt per Handbuch-Hinweis.

3

Support-Zeitraum mit Updates

Sicherheitsupdates müssen über den erwarteten Nutzungszeitraum bereitgestellt werden, im Regelfall mindestens fünf Jahre. Das gehört in Ihre Produktkalkulation, und zwar heute.

4

Technische Dokumentation & CE

Konformitätsbewertung, EU-Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung. Je nach Produktklasse als Selbstbewertung oder mit benannter Stelle.

5

Meldungen binnen 24 Stunden

Aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Vorfälle müssen frühzeitig gemeldet werden, die Frühwarnung binnen 24 Stunden. Diese Pflichten greifen bereits ab September 2026.

Produktklassen

Nicht jedes Produkt wird gleich behandelt

Der CRA teilt Produkte nach Kritikalität ein. Für die große Mehrheit gilt die Standardkategorie mit Selbstbewertung durch den Hersteller. „Wichtige“ Produkte wie Passwortmanager, Firewalls oder VPNs unterliegen strengeren Konformitätsverfahren, „kritische“ Produkte wie Smartcards noch einmal schärferen Regeln.

Für Ihre Planung heißt das: Zuerst das Portfolio klassifizieren, dann den Aufwand schätzen. Ein Produkt in der Standardkategorie ist gut machbar, ein wichtiges Produkt der Klasse II braucht deutlich mehr Vorlauf und gegebenenfalls eine benannte Stelle mit freiem Terminkalender. Von denen gibt es erfahrungsgemäß nicht unbegrenzt viele.

In VANTARIS führen Sie Produkte als Assets mit Risikobewertung, Schwachstellenprozess und Nachweisen. Der CRA wird damit Teil Ihres Managementsystems statt ein Inseldokument in der Entwicklungsabteilung.

Häufige Fragen

CRA in Kürze

Ja. Der CRA erfasst Produkte mit digitalen Elementen, also Hardware ebenso wie Software, die in der EU in Verkehr gebracht wird. Ausnahmen gelten etwa für bereits sektoral regulierte Produkte und bestimmte Open-Source-Konstellationen. Die Einordnung Ihres Portfolios lohnt eine genaue Betrachtung.

Direkt verpflichtet ist der Hersteller, der das Produkt in Verkehr bringt. Praktisch reicht er Anforderungen an Komponenten und Software aber an seine Lieferkette weiter. Wer früh liefern kann, was Hersteller brauchen, wird zum bevorzugten Lieferanten.

Für die Meldepflichten kommen Sie damit zu spät, die greifen bereits ab September 2026. Und Security by Design lässt sich schlecht nachträglich in ein fertig entwickeltes Produkt einbauen. Produkte, die Sie heute entwerfen, sind beim Geltungsbeginn auf dem Markt.

Hersteller müssen die Komponenten ihrer Produkte kennen und dokumentieren, mindestens die obersten Abhängigkeiten. Ohne diese Übersicht können Sie weder Schwachstellen bewerten noch die Meldepflichten erfüllen. Wer heute eine SBOM-Praxis aufbaut, erfüllt morgen eine Pflicht und beantwortet übermorgen Kundenfragen in Minuten.

Der nächste Schritt

Bauen Sie Sicherheit ins Produkt, nicht in die Pressemitteilung danach.

Besprechen Sie im Strategiegespräch, was der CRA für Ihr Portfolio bedeutet und welcher Fahrplan realistisch ist.